Festival Cellensis 2006
Les Cornets noirs am Sonntag, 5. November 2006 in der Wallfahrtskirche Klein-Mariazell
Gerne wird bei Festivals von Superlativen gesprochen, wenn es um die Ankündung eines Konzertes geht, auf das die Organisatoren lange Zeit hingearbeitet haben.
Eines der Höhepunkte des Festival Cellensis 2006 war zweifelsohne das Konzert des Ensembles "Les Cornets Noirs" aus Basel gemeinsam mit der Sopranistin Monika Mauch - herausragende Künstlerinnen und Künstler.
Wie der Name verrät steht der Zink im Mittelpunkt dieser Formation Alter Musik.
Das Programm setzt sich aus Sonaten und Motetten von Giovanni Legrenzi (1626-1690) zusammen.
Internationale Erfolge wie zuletzt der ausverkaufte Mozartsaal im Konzerthaus sprechen für sich.
Die Musiker:
Monika Mauch, Sopran
Ensemble "Les Cornets Noirs":
- Gebhard David, Zink
- Bork-Frithjof Smith, Zink
- Cosimo Stawiarski, Violine
- Johannes Frisch, Violine
- Patrick Sepec, Violine
- Johannes Strobl, Orgel
Monika Mauch:
Monika Mauch studierte Gesang zunächst bei Richard Wistreich am Institut für Alte Musik der Musikhochschule Trossingen, anschließend bei Jill Feldman in Paris.
In Konzerten, CD- und Rundfunkaufnahmen hat sich die Sopranistin besonders auf die Aufführung Alter Musik spezialisiert.
Zusammenarbeit mit Ensemble Daedalus (Genf), Hilliard Ensemble, La Capella Ducal (Köln), Ensemble Europeen William Byrd (Paris), und anderen.
Momentan erarbeitet sie einige Lautenliedprogramm für Aufnahmen mit Nigel North.
Les Cornets Noirs:
Les Cornets Noirs ist ein Instrumentalensemble von Musikern unterschiedlichen Herkunft, die sich während ihres gemeinsamen Studiums an
der Schola Contorum Basiliensis, dem Lehr - und Forschungsinstitut für Alte Musik and der Musikakademie Basel, kennen gelernt haben.
Das Hauptinteresse der Gruppe, 1997 von Bork-Frithjof Smith und Gebhard David gegründet, gilt der Solo- und Ensembleliteratur des namengebenden Instrumentes:
Der Zink aufgrund seiner Lederumwicklung auch "schwarzer Zink" genannt, erlebte seine Blütezeit in der Mitte des 16. bis zum späten 17 Jahrhundert, besonders in Italien und Deutschland.
Dementsprechend besteht das Repertoire von Les Cornets Noirs vornehmlich aus Werken italienischer und deutscher Komponisten des 17. Jahrhunderts.
Les Cornets Noirs sind Preisträger des concours musica antiqua beim Festival van Vlaanderen Brugge 2000.
Das Ensemble konzertierte seither in der Schweiz, in Österreich, Deutschland, Polen, Frankreich, Italien und Portugal.
Im Januar 2004 wurde die erste CD von Les Cornets Noirs, eine Einspielung von Sonaten und Motetten von Giovanni Legrenzi, mit der Sopranistin Monika Mauch, beim Festival Resonanzen in Wien vorgestellt.
Informationen über das Musikinstrument Zink:
Der Zink (Zinken, auch Lituus, italienisch Cornetto, engl. Cornett) ist ein historisches Musikinstrument.
Es wurde meist aus Holz, selten auch aus Elfenbein gefertigt und zählt zu den (Blech-)Blasinstrumenten.
Der Zink wird im Prinzip wie eine Trompete geblasen, d. h. der Ton wird in einem Kesselmundstück – in der Regel aus Holz, Horn oder Elfenbein – mit den Lippen erzeugt.
Daher wird der Zink trotz seines Materials zu den Blechblasinstrumenten gezählt.
Manche Spieler setzen das Mundstück seitlich auf den Lippen an.
Dem Zink liegt ein konisches Rohr mit sieben Grifflöchern zugrunde.
Unterschieden werden:
- Krumme Zinken (Cornetto curvo), leicht gekrümmt, gefertigt aus zwei ausgehöhlten, zusammengeleimten und anschließend mit Leder überzogenen Hälften
- Gerade Zinken (Cornetto diritto), seltener vorkommend;
- Stille Zinken (Cornetto muto), bei ebenfalls gerader Form aus einem Stück Holz mit eingefrästem, nicht abnehmbaren Mundstück gearbeitet. Der Ton des stillen Zinken ist weicher und leiser als bei den anderen Varianten;
- der Serpent als Bassform der Instrumentenfamilie.
Der Zink war vom 15. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts eines der wichtigsten Instrumente.
Er hatte den Ruf, die menschliche Stimme besonders gut imitieren zu können.
Eingesetzt wurde er zunächst von Stadtpfeifern als Oberstimme zum Posaunen-Ensemble (Trompeten waren dem Adel vorbehalten und ohnehin viel weniger beweglich), bevor er, von Italien ausgehend, zu einem virtuosen Soloinstrument wurde.
Mit dem Aufkommen der Violine verlor der Zink allmählich seine Bedeutung als Solo-Instrument.
Am längsten hielt sich der Zink in Nordeuropa, wo die letzten Originalkompositionen für das Instrument aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts datieren.
Der Serpent wurde um 1800 in der Freiluftmusik nicht selten verwendet und gelangte als Orchesterinstrument in einzelne Partituren der Romantik.
Seit den späten 1970er Jahren erfährt der Zink eine intensive Wiederbelebung im Zuge der Neuentdeckung der Alten Musik, vgl.
Historische Aufführungspraxis. Heute gibt es wieder Zinkenisten und Instrumentenbauer, die denen aus der Blütezeit des Zinken ebenbürtig sind.
Für Anfänger werden heute auch Zinken aus Kunststoffen hergestellt.
Der Zink gilt als ein sehr schwierig zu erlernendes und übeintensives Instrument, da sowohl Intonation als auch Ansatz viele Jahre trainiert werden müssen und außerdem nur relativ wenige qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung stehen.

Informationen über Zink:
Wikipedia