Altenmarkt

Nachdem sich Altenmarkt schon sehr früh – vor allem durch die Wasserkraft der Triesting– zu einem wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region entwickelt hat,
siedelten sich hier im Gegensatz zu den umliegenden Orten, die durchwegs bäuerlich besiedelt waren, vor allem Handwerker und Kaufleute an.
Aus diesem Grund ersuchte Abt Michael I. Herzog Friedrich von Österreich (dem späteren Kaiser Friedrich III. ) jeden Samstag hier einen Wochenmarkt abhalten zu
dürfen, was ihm auch gewährt wurde. Das diesbezügliche Marktrecht wurde im Jahre 1448 ausgestellt.
Nach dem ersten großen Türkeneinfall 1529 wurde die Bevölkerung stark dezimiert.
Der Markt kam wieder ab und konnte trotz eifriger Bemühungen, nicht mehr eingeführt werden.
Das 18. Jahrhundert brachte Industrie ins Triestingtal. Damit verbunden entstand 1844 auch eine Poststation in Altenmarkt, die allerdings 30 Jahre dem Bau der
Leobersdorfer Bahn zum Opfer fiel.
Mit der Aufhebung der Grundherrschaft 1844 wurden die politischen Bezirke und Gemeinden gebildet, und in den folgenden Jahren auch erstmals Bürgermeister gewählt.
1891 wurde die Feuerwehr gegründet und 1921 Altenmarkt an das öffentliche Telefonnetz angeschlossen.
Gegen Ende des 2. Weltkrieges, im April 1945, setzten nochmals heftige Kampfhandlungen ein.
Dabei wurde die Hafnerbrücke, eine schöne auf drei Gewölbebögen ruhende Brücke, von der sich zurückziehenden deutschen Wehrmacht gesprengt;
die Reste sind heute noch deutlich zu sehen.
Im Zuge der 1972 vollendeten Gemeindereform wurden Altenmarkt, Nöstach, Kleinmariazell, Thenneberg und St. Corona – und auch deren Ämter und Schulen –
in die Marktgemeinde Altenmarkt zusammengelegt.
Die Rotten Tasshof und Sulzbach
Entfernt man sich ein Stück von Altenmarkt in Richtung Berndorf erreicht man die zu Altenmarkt gehörenden Rotten Tasshof und Sulzbach.
Tasshof
Aufgrund der günstigen Lage an der Triesting, die es ermöglichte Wasserräder zu errichten, entstanden hier vor über 150 Jahren etliche Betriebe.
Darunter natürlich Mühl- und Sägebetriebe, aber auch eine Zementstampfe und eine Baumwollspinnerei, die zeitweise bis zu 80 Arbeiter beschäftigte.
Die Wasserräder sind verschwunden, heute zeugt nur mehr das alte, ehemalige Arbeiterwohnhaus von diesen Betriebsansiedlungen.
Sulzbach
Sulzbach gehörte bis 1367 zur Herrschaft Araburg. In diesem Jahre tauschte es Abt Johann I. von Conrad dem Arberger ein, womit Sulzbach seit dieser Zeit zur
Herrschaft Klein-Mariazell gehört. Sulzbach gehört zu Altenmarkt, war aber lange Zeit nach Pottenstein eingepfarrt.
In einem geschützten Kessel liegend, hat Sulzbach eine schöne Lage. Früher war es hauptsächlich wegen seinem "Meerauge" bekannt.
Zu seiner Entstehung gibt es folgende Legende: Bis zum Jahre 1787 war hier eine mehr oder weniger ebene Ackerfläche.
Im September 1787 fuhr Matthias Zott
mit seinem zweirädrigen, mit ein Paar Ochsen bespannten Mistkarren über den Acker, als plötzlich der Einbruch erfolgte und sich die Einbruchstelle augenblicklich
mit Wasser füllte. Karren und Ochsen fielen dem Ereignis zu Opfer, während sich Zott mit Mühe gerade noch retten konnte.
Dieses "Meerauge" ist ein Teich von 8 bis 10 m Tiefe. Dieser hat sich in einer Einbruchstelle, die durch Auslaugung der im Boden vorhandenen
Mineralien entstanden ist, gebildet. Unweit des Teiches sprudelt eine Quelle, deren Wasser purgierende Wirkung auf Mensch und Tier hat.
Es wurde früher von vielen Leuten zur Förderung der Verdauung getrunken. Hierbei handelt es sich um eine Gips-Kochsalz-Quelle.