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Klein-Mariazell

Die Legende erzählt, die Brüder Heinrich und Rapoto von Schwarzenburg-Nöstach hätten sich nach dem Tod des Vaters nicht über die Aufteilung des Erbes einigen können. Als sie schließlich nach Spannungen, Streit und Zwietracht wieder zusammenfanden, beschlossen sie um das Jahr 1136 ein Kloster zu stiften. Dieses entwickelte sich in der Folge zum geistlichen und grundherrschaftlichen Zentrum des oberen Triestingtales, indem es sowohl seelsorgliche, als auch weltliche Aufgaben wahrnahm. Nach einer letzten Blüte im 18. Jhdt. wurde es schließlich von Kaiser Joseph II. im Jahr 1782 aufgehoben und gelangte in der Folge in weltlichen Besitz. Die Mönche hinterließen jedoch ein einzigartiges kulturelles Erbe, bestehend aus der ehem. Klosterkirche und dem seit der Gründung kontinuierlich gewachsenen Klostergebäude (romanisches Cellarium, gotische Abtei und Kreuzgang, Renaissance Prälatenhof und barocker Wohntrakt der Mönche).

Heute sind davon nur mehr die Kirche und ein Teil des Klostergebäudes (Cellarium und Kreuzgang) erhalten. Letztere blieben nur durch Zufall vom Abbruch des einzigartigen Klosterensembles zwischen 1964 und 1967 verschont und bilden heute wieder das Herz einer neuen geistlichen Anlage, die nach 1994 im Zuge einer groß angelegten Generalsanierung entstanden war und seit 2005 auch wieder ein Kloster beherbergt („Brüder-Samariter der Flamme der Liebe des Unbefleckten Herzens Mariens“, ein Zweig der „Samaritanischen Bewegung Mariens“). Zu den besonderen Kostbarkeiten der Kirche zählen drei romanische Portale, das frühbarocke Chorgestühl sowie die Fresken und Altarbilder Johann Bergls.

Am 15. November 2007 wurde die Kirche durch Papst Benedikt XVI. zur Basilica minor erhoben. Der Ortsteil Klein-Mariazell besteht abgesehen von der Klosteranlage aus eher verstreut liegenden Häusern.