Freitag, 30.10.2020 - 02:19 Uhr
  Gäste BürgerInnen Kontakt Drucken Startseite
Gastronomie

Aktivitäten

Pilgern

Kultur

Wissenswertes






 

 

Wallfahrtskirche Altenmarkt

Wallfahrtskirche Altenmarkt Die Altenmarkter Kirche wirkt auf den ersten Blick nicht ganz so spektakulär wie jene am Hafnerberg oder Klein-Mariazell, ist für sich gesehen aber auch ein ganz besonderes Baujuwel mit einigen bedeutsamen Kostbarkeiten.   Sie gehört zu den ältesten Kirchen im oberen Triestingtal, wurde erstmals um 1260 erwähnt und war vermutlich ab ihrer Erbauung dem Benediktinerstift (Klein-) Mariazell in Österreich einverleibt. Obwohl heute kein Mauerwerk mehr aus dieser Zeit direkt sichtbar ist, stammen die Grundfesten des vorderen Teils sicher noch aus der romanischen Bauepoche.

Das 15. Jahrhundert brachte ganz allgemein und so auch in unserer Gegend einen großen Aufschwung im Kirchenbau, so dass auch das Presbyterium unserer Kirche damals neu gebaut wurde. Man sieht die Spuren dieser Epoche heute noch ganz deutlich am schönen Netzrippengewölbe, dem 5/8-Chor mit den gotischen Fenstern und dem Fresko an der rechten Presbyteriumswand das Weltgericht darstellend. Im gotischen Fenster rechts vorne scheint sich im Maßwerk auch noch Fensterglas aus dieser Zeit erhalten zu haben - eine absolute Besonderheit, möglicherweise das älteste Fenster des Triestingtals. Ermöglicht haben diese Arbeiten u.a. Stiftungen wohlhabender Bürger, wie etwa jene durch Simon und Elisabetha von Altenmarckt aus dem Jahr 1411.

Ein einschneidendes Ereignis in der Baugeschichte der Kirche ist sicher das Jahr 1683, als sie im Zuge des Türkeneinfalls zerstört wurde, in der Folge jedoch wieder hergestellt und neu eingerichtet wurde. Aus dieser Zeit gibt es noch eine Glocke, die 1686 von Ludolf Overlach in Baden gegossen wurde und die Holzskulpturengruppe die taufe Christi darstellend vom damaligen Hochaltar.

Wichtig für die Wallfahrtskirche Altenmarkt waren außterdem die Reformen Josephs II. und die damit in Verbindung stehende Aufhebung des Stiftes in (Klein-)Mariazell in Österreich im November 1782. Beides hatte zur Konsequenz, dass die bisher unselbständige Filiale Altenmarkt nun eine eigene Pfarre (Lokalkaplanei) mit eigenem Pfarrer wurde und die Patronatsherren in der Folge die jeweiligen Besitzer der Herrschaft Klein-Mariazell waren. Das Langhaus der Kirche bedurfte damals dringend einer Erneuerung und wurde 1785 neu errichtet, der Turm im Jahr darauf. Auch die Innenausstattung wurde gänzlich erneuert. Aus dem Kapitelsaal der ebenfalls aufgehobenen Kartause Mauerbach erhielt man das Altarbild mit der Kreuzigung Christi (wahrscheinlich von Tobias Pockh) und aus dem ebenso aufgelösten Karmeliterkloster in Wiener Neustadt den Hochaltar, jedoch mit einem Bild der hl. Elisabeth. Da die Kirche aber dem hl. Johannes dem Täufer geweiht ist, wurde dieses 1842 abgenommen und hinter dem Altar aufgehängt und durch ein Gemälde die Taufe Christi darstellend vom Maler Skoff ersetzt.

Das Elisabethbild, das von hoher Qualität ist, wurde vor einigen Jahren vom Hochaltar hervorgeholt, restauriert und auf der linken Langhauswand aufgehängt. Weiters hängt an der linken Presbyteriumsbild ein barockes Bild mit der Erleuchtung des hl. Paulus, das im frühen 18. Jhdt. für einen Seitenaltar angeschafft wurde.

Man sieht, diese Kirche steckt voller Überraschungen und Kostbarkeiten, die uns nach erfolgter Restaurierung noch mehr Freude machen werden …
Wallfahrtskirche Altenmarkt Wallfahrtskirche Altenmarkt Wallfahrtskirche Altenmarkt Wallfahrtskirche Altenmarkt