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Das Weihnachts-Lichtwunder von Hafnerberg



Alljährlich ab der Winter-Sonnenwende am 21.12. ereignet sich ein verblüffendes Natur-Schauspiel im Inneren der Wallfahrtskirche „Zu unserer lieben Frau“ an der „Via Sacra“ am Hafnerberg, das seinen Höhepunkt am 25.12. (am CHRISTTAG) um 9.00 Uhr exakt, optisch "wundersam" preisgibt:

Während der Messe, pünktlich um 9.00 Uhr, leuchtet die Madonna mit dem Jesukind im Mittelpunkt des Hochaltares plötzlich "grell" auf. Kurz darauf ist auch der Tabernakel in gleißendes Licht getaucht. Die hinter dem Peilstein aufgehende Sonne scheint genau in der Kirchen-Längsachse durch das Orgel-Empore-Fenster auf die Gottesmutter-Statue auf dem Hochaltar und taucht sie – exakt im Mittelpunkt – in strahlendes Licht! Die reiche Goldverzierung spiegelt und verstärkt die Sonnenbestrahlung. Ein mystischer Zauber liegt über der „Lichterscheinung“ zur Weihnachtszeit, die immerhin eine Stunde lang andauert – vorausgesetzt es herrscht wolkenfreier Himmel........

Am 21.12. beginnt das Schauspiel um 8.00 Uhr früh und lässt sich bis nach 10.00 Uhr deutlich beobachten.

8:19 Uhr 8:20 Uhr 8:56 Uhr 9:00 Uhr
9:01 Uhr 9:03 Uhr 9:04 Uhr 9:05 Uhr

Die hinter dem Kletterfelsen Peilstein aufgehende Sonne, beleuchtet die linke Altar Marmorsäule und den Erzengel Michael, der „Luzifer“ (= „Lichtbringer“, lux = lat. Licht, ferre= lat.bringen, tragen) gestürzt hat, weil er sich gegen Gott erhoben hat.

Dann wandert die Sonne weiter zum Altar und lässt die Madonna erstrahlen und auch den Tabernakel, der in seltsam gold-gleißendes Sonnenlicht getaucht wird. Die Sonne zieht nach rechts abwandernd weiter bis zum „Annenaltar“ und beleuchtet abschließend das „goldene Auge Gottes“ darüber.

Diese Lichtwanderung der eindringenden Sonnenstrahlung durch das oberhalb des Hauptportales befindliche große Orgel-Empore-Fenster, lässt sich im ganzen Dezember beobachten punktgenau auf dem Altar aber nur vom 21.12. bis zum 25.12. Dann nämlich erstrahlt die Madonna um 9.00 Uhr, der Tabernakel kurz danach, der Anna-Altar um 10.00 Uhr, das „Auge Gottes“ um 10.15 Uhr.

9:56 Uhr - St. Anna-Seitenaltar

Einen möglichen Hinweis auf die bewusste Ausrichtung der Kirchenachse auf die Wintersonnenwende, die in allen antiken Kulturen die Geburt der Sonne symbolisiert und vom Christentum als die „Geburt Jesu“ übernommen wurde, erkennen wir im Deckenfresko von IGNAZ MILDORFER aus 1743. Dort wird im Zentrum der Heilige Geist als Taube dargestellt, der einen Lichtstrahl aussendet. Dieser Lichtstrahl wird von einem Engel mit Spiegel reflektiert, geht durch Christus hindurch und trifft Maria ins Herz.

Der Maler des Kuppelfreskos, IGNAZ MILDORFER, ist kein Unbekannter. Er war für Kaiser Franz Stefan von Lothringen, dem Gemahl er Maria Theresia, tätig! Er hat auch das Deckenfresko des als „Alchemistenküche“ bekannten Pavillons des Kaisers, im Schönbrunner Tierpark gemalt.

AUCH DORT EREIGNET SICH EIN INSZENIERTES LICHT-SCHAUSPIEL.
Am 13. Mai, an Maria Theresias Geburtstag um 6 Uhr früh, scheint die Sonne exakt an der Tiergartenallee entlang in die Mitte des Pavillons und taucht ihn in strahlendes Licht. In diesem Pavillon hängen 8 Spiegel an den Wänden, die das üppige Gold der Innenausstattung und die Sonnenstrahlen reflektieren.  Gold war die Quintessenz der Alchemisten; Gold verkörpert die Sonne.  Das astronomische Zeichen für Sonne und das chemische Zeichen für Gold sind ident:   ein Kreis mit einem Punkt. Solchermaßen wurde der Innenraum der Hafnerberger Wallfahrtskirche und der Kaiserpavillon im Schönbrunner Tiergarten, vom mystischen Maler IGNAZ MILDORFER und dessen Tiroler Freund BALTHASAR MOLL in einer systematischen „Ikonografie“ bewusst „mystisch“ angelegt ..... !

Der hiesige Organist und Oberlehrer GR CHRISTIAN HAAN hat das zunehmend grell werdende Sonnenlicht im Altarbereich um die Wintersonnenwende/Christzeit entdeckt und unserem Dorfhistoriker Alfred Bartak mitgeteilt.

Frau Mag. GABRIELE LUKACS hat den sensationellen Text über den "geheimnisvoll wissenden Maler IGNAZ MILDORFER" als eine "erfahrene Wien-Führerin" aufgespürt und für uns zusammengefügt. Dies ist ein bedeutendes und beachtliches Mosaik für die Pfarre HAFNERBERG und der Baugeschichte seiner schönen barocken Wallfahrtskirche. " Interessiertes Publikum" ist herzlich dazu eingeladen, dieses zauberhafte Sonnenlicht-Schauspiel alljährlich vom 21.-25.12 von 8 bis 10 Uhr  (vorausgesetzt es ist wolkenlos !) im Inneren der Kirche "live"mitzuerleben.

Text und Fotos: Alfred Bartak, Mag. Gabriele Lukacs