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Klein-Mariazell

Die Basilika Klein-Mariazell zählt heute zu den barocken Kostbarkeiten Österreichs.

Die Legende erzählt, dass die beiden Brüder Heinrich und Rapoto von Schwarzenburg-Nöstach nach dem Tod ihres Vaters sich über die Aufteilung des Erbes nicht einigen konnten. Als sie schließlich nach Spannungen, Streit und Zwietracht wieder zusammenfanden, beschlossen sie, ein Kloster zu gründen.

Diese Gründung war mit Komplikationen verbunden, denn Heinrich und Rapoto waren die letzten ihres Geschlechts, ohne leiblichen Erben, so dass der Babenberger Markgraf Leopold III. Anspruch auf ihr Erbe hatte. Gegen die Klostergründung hatte er nichts einzuwenden, obwohl das Kloster dann vermutlich auf deinem anderen Platz als dem von den beiden Brüdern vorgesehenen Ort errichte wurde. Nach dem Tod von Leopold III. gerieten auch dessen Söhne Adalbert und Leopold wegen der Nachfolge in Streit.

Auf Betreiben von Papst Innozenz II. fand aber eine öffentliche Versöhnung statt, an der auch die Brüder Heinrich und Rapoto von Schwarzenburg-Nöstach teilnahmen. So stand am Anfang der Stiftung des Klosters Klein-Mariazell eine zweifache Versöhnung: die der Brüder untereinander und die mit der markgräflichen Familie.

Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung lösten Zerstörungen und Wiederaufbau, bedeutende und weniger bedeutende Äbte, Blütezeiten und geistliche Abstürze einander ab. Die größte Zerstörung des Klosters verursachten aber nicht die Türken und nicht Brand und Verwüstungen, sie ist vielmehr 1964 - 1967 durch Abbruch des gesamten Komplexes südlich der Basilika entstanden.

Diese Gebäude aus dem 12. bis 17 Jahrhundert waren dadurch, dass jahrzehntelang nichts mehr repariert worden war, nur noch abbruchreif. Kirche, Kreuzgang und ein Teil der Prälatur blieben erhalten. Da aber die Kirche, die gesamte Inneneinrichtung samt den Fresken durch Feuchtigkeit schwer in Mitleidenschaft gezogen war, entschloss man sich 1994 zu einer Generalsanierung, die nicht nur das Gebäude, Fresken und Altäre, sondern auch die gesamte Inneneinrichtung einbezog.